Bildungspolitik

Bildungspolitik ist für mich der Kernbereich von Landespolitik.

In keinem anderen Industrieland ist der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland.

Der Bildungsweg ist immer noch ein Ergebnis von Zufällen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Ein gutes Bildungssystem gibt die Freiheit, den eigenen Lebensweg zu finden. Es dient der Gerechtigkeit, indem es gleiche Chancen, gute Arbeit und persönlichen Wohlstand herstellt.

Da die Bundesländer gerade in der Bildungspolitik größtmögliche Gestaltungsspielräume haben, um eigene Akzente zu setzen, sehe ich als Landtagskandidat hier den Themenschwerpunkt meines politischen Handelns.                    .

Zur Realisierung eines solchen Bildungssystems brauchen wir die Zusammenarbeit aller Ebenen. Deswegen setze ich mich dafür ein, dass der Bund in die Verantwortung für gute Bildung einbezogen und das Kooperationsverbot aufgehoben wird. So muss eine gute Kooperation mit anderen Bundesländern mit dem Ziel einer Harmonisierung der Systeme praktiziert werden.

Entgegen aller Darstellungen der CDU-FDP Landesregierung ist deren bildungspolitischer Bilanz bestenfalls auf den mittleren Plätzen. Die soziale Ungleichheit nimmt zu und so bleiben viele Kinder auf dem Bildungsweg zurück, weil sie nicht entsprechend ihren Fähigkeiten und Begabungen gefördert werden.

Die Verkürzung der Gymnasialzeit war ein Fehler. Kinder brauchen Zeit zum lernen. Frühe Selektion und eine zunehmende Zersplitterung prägen das hessische Schulsystem. Die Durchlässigkeit nach oben wird mehr und mehr abgebaut, Sackgassen entstehen. Tausende Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne jeden Abschluss.

Das Recht auf Unterricht in der Regelschule aus der UN-Konvention über die Rechte Behinderter wird über einen Ressourcenvorbehalt einfach ausgehebelt. Damit wird die gesellschaftliche Akzeptanz für inklusiven Unterricht gefährdet. Schulen und Eltern werden allein gelassen.

Jedes Kind hat das Recht auf die Achtung seiner Persönlichkeit und bestmögliche Bildung.

Völlig unabhängig von Ihrer Leistungsfähigkeit und Ihrer Begabung und ungeachtet ihrer sozialen und ethnischen Herkunft oder ihres Geschlechts, sind für mich alle Kinder gleich viel wert.

Was ist das für ein Bildungssystem, dass wir auf die Anwerbung ausländischer Fachkräfte dringend angewiesen sind, obwohl wir in unserem Land ein Heer von Menschen haben, die nicht in Lohn und Arbeit stehen?

Kinder sind wissbegierig und motiviert, wenn ihre Freude am Lernen geweckt, erhalten und gefördert wird. Nicht die Kinder müssen der Schule angepasst werden, sondern die Schule muss der Unterschiedlichkeit der Kinder Rechnung tragen. Ich vertrete das Konzept “ Haus der Bildung“, welches die Schritte von der frühkindlichen Erziehung bis zum Einstieg in den Beruf beschreibt.

Als Landespolitiker möchte ich daran arbeiten, dass der Bildungserfolg nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Die Studiengebühren haben wir – die SPD – bereits in Hessen erfolgreich abgeschafft, dass Bildung für jeden von unseren Nachkommen von der Krippe bis zum Master-Abschluss kostenfrei wird.