Arbeit

Arbeit ist in unserer Gesellschaft der Schlüssel zur Teilhabe,  der Schlüssel zum Wohlstand und der Schlüssel zum gesellschaftlichen Leben.

Tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hessen kann ein flächendeckender Mindestlohn vor den negativen Effekten des Lohndumpings schützen. Gleichzeitig wird durch einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde eine Wertschöpfung durch zusätzliche Lohnsteuer- und Sozialversicherungseinnahmen generiert.

Der Mindestlohn stärkt nicht nur die Kaufkraft, er schützt auch vor Armut im Alter. Wer hart arbeitet, hat auch ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben im Alter!

Ein menschenwürdiges Leben kann man sich jedoch in der Leiharbeitsbranche heutzutage kaum vorstellen.

Beschäftigte verdienen hier viel weniger als ihre festangestellten Kollegen.

Früher war Leiharbeit ein Instrument, um Auftragsspitzen abzudecken. Heute werden unsichere Beschäftigungsverhältnisse mehr und mehr zur Regel -zu Lasten von Festanstellungen: Die Anzahl der Beschäftigten in Leiharbeit ist in den letzten Jahren von 200.000 Menschen im Jahre 1997 auf fast 700.000 Menschen im Jahr 2007 gestiegen, wie aus der Darstellung der Hans-Böckler-Stiftung deutlich wird. Ein großer Teil der Leiharbeitsfirmen beschäftigen zunehmend Ihre Belegschaft in Leiharbeit- und profitieren damit „intensiv“ von den niedrigen Löhnen der Leiharbeitskräfte. Damit verankern die Unternehmen dauerhaft schlechte Arbeitsbedingungen, drücken die Standards für alle und verunsichern die gesamte Belegschaft.

Fakt ist: Niedriglöhne sind für Beschäftigte in der Leiharbeit Normalität. Bei gleicher Qualifikation und gleichen Aufgaben erhalten sie durchschnittlich 20 bis 40 Prozent weniger Gehalt als die Beschäftigten in Festanstellung. Jede achte Leiharbeitskraft muss durch ergänzende steuerfinanzierte Hartz IV Leistungen unterstützt werden.

Ferner ist es ein Skandal, dass Frauen in unserem Land für die gleiche Arbeit bis zu 31 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Berufen verdienen! So müssen Frauen in unserem Land im Schnitt drei Monate länger als Männer arbeiten, um diese Gehaltsdifferenz auszugleichen.

Wir können nicht akzeptieren und das wird auch ein Themenschwerpunkt meines Handelns als Landtagskandidat sein, wenn die Hälfte der 35 jährigen noch nie einen unbefristeten Job hatte, wenn die Hälfte der 30 jährigen und jede dritte Frau im Niedriglohnsektor arbeiten.

– Wir brauchen sichere und gut bezahlte Arbeit, deshalb brauchen wir den flächendeckenden Mindestlohn und ein Ende des Missbrauchs der Leiharbeit.

– Wir brauchen sichere und gut bezahlte Arbeit, deshalb brauchen wir  Tariftreue in allen Bereichen.

– Wir brauchen sichere und gut bezahlte Arbeit, deshalb brauchen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Es ist ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft, für sichere und gute Arbeit zu sorgen.

Unternehmen wie der Staat stehen in der Verantwortung, die Menschen zu fördern. Kreativität und Fleiß entsteht nicht, wenn Menschen Ängste haben. Angst darf kein Ratgeber sein. Wenn Menschen ermutigt werden sollen, dann können Motivationen nur durch sichere und gut bezahlte Arbeit entstehen.